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Paul Fogarty

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Presse / Kritiken

Alterlos Reif - 01.September 2010
Alterlos reif

Paul Fogarty sorgte für einen perfekten Abend im Blue Note

Ein handfester Mann aus einem winzigen Nest in Queensland, Australien. Paul Fogarty. Die Herkunft, die wenig glückliche Kindheit, sie werden in etlichen der „ungefähr 1.000 Songs“ thematisiert, mit denen Fogarty – kein Jüngling mehr – seit Jahren durch die Clubs zieht. Als Profi, der weiß, worauf man sich einlässt, wenn man Qualitätsmusik macht: Auf ein Leben mit geringem Einkommen, unsicheren Zukunftsaussichten und keinerlei Absicherung. Aber: Selbstbestimmt, frei, unabhängig.

Dieses Wissen steckt in der Stimme. Alterslos reif, etwas rauchig, ein wenig nölig, souverän. Dazu die Gitarre – meist die schlichte akustische, bei zwei Stücken auch die Zauberklänge der Lap-Steel, ein Tambourin, mit dem rechten Fuß bedient, bei einem Stück eine sehr eigen gespielte Mundharmonika. Fertig. Mehr braucht es nicht für einen perfekten Abend, an dem Fogarty uns teilhaben lässt an der Liebe zu seiner deutschen Frau, mit der er in der Nähe von Stuttgart lebt, an Gefühlen diversen Ex-Freundinnen gegenüber, Erinnerungen an das Leben im fernen Australien.

Da grüßt der akustische Neil Young in den elegischen Stücken, wenn Fogarty von dem wiederkehrenden alten Mann singt, den er mit dem Gewehr in der Hand gesehen hat; oder wenn er zu einer komplizierten Akkordfolge bekundet, dass er genug Zeit auf den Knien verbracht hat: „Jesus knows my face by now.“

„Leaving Town“ ist ein zärtliches Abschiedslied, ein Goodbye zu einer zerstörerischen Beziehung, zu einem „live of misery and pain“. Der Text ein klassischer Blues, die Melodie perlender Americana.

Als böse angekündigt und doch nur witzig: Ein Medley aus Simon & Garfunkels „Feeling Groovy“, Louis Armstrongs „What a Wonderful World“ und John Denvers „Leaving on a Jetplane“. Spielerei mit Stimmlagen und Rhythmuswechseln. Die Bassstimme Armstrongs taucht bei „Just the Two of Us“ noch einmal auf, in lakonischem Sprechgesang vorgetragen. Es bleiben die einzigen Coverversionen des Abends – zu recht. Der Mann hat so viel hervorragendes eigenes Material, er braucht das fremde nicht.

Ein unbedingtes Highlight: „Piece of Live“ über das Aufwachsen mit einem Vater der „niemals wusste, wie man eine Frau liebt, ein Mann, der niemals wusste, wie man weint – niemals wusste, wie er seinen Kindern sagen soll, dass er ihnen nicht in die Augen schauen kann“. Bittersüß, sehr hoch gezupft. Keine zornige Abrechnung, eher eine ganz eigene Liebeserklärung an diesen Mann, der nun „auf der hinteren Veranda seines Lebens“ sitzt.

Der frühe Bruce Springsteen, der von „Greetings from Ashbury Park“, kommt einem in den Sinn bei Stücken wie „Drowning in my Hometown“ oder dem hervorgestoßenen „Living in a Small Town“. Distanziert das erste, geradezu schmerzhaft intensiv das letzte, das auch den Abend beendet. Abrupt, aber nicht unerwartet nach zwei großartigen Stunden. Dank dafür!

(Beate Baum – Dresdner Neueste Nachricht, December 2009)
Leise Toene aus dem Outback - 21.November 2009
Leise Töne aus dem Outback
Artikel aus der Blick vom Fernsehturm vom 18.11.2009 
Frauenkopf. 

Der australische Liedermacher Paul Fogarty im Cassiopeia. 
Von Martin Bernklau

Er gehört zu den Bescheidenen der Zunft, zu den leisen Liedermachern. Zu denen, die Worte voll Poesie und Kraft über kunstvoll einfache Musik vernehmbar machen. Wenig Aufwand, eine Gitarre, vielleicht eine Mundharmonika für zwischendurch, und die Stimme. Folk ohne Anbiederung an Ethno-Kitsch und das, was man den Mainstream nennt.

Paul Fogarty kommt von der anderen Seite der Welt. Und da nochmal von weit draußen. "A bitchen Farm" in den australischen Outbacks, da ist er aufgewachsen. Im Cassiopeia ist es ein wenig schade, dass seine Sprache das Englische ist und manche Zuhörer die Feinheiten der Texte nur erahnen, zumal sein Akzent ein wenig zum Vernuschelten neigt. Aber dass es ums Ganze geht, um diesen ganzen Paul Fogarty, das macht schon der erste Song klar: "Dead or alive". Bei aller Ironie.

Still, sagt er im Gespräch, sei es gewesen, da wo er aufwuchs. Vor allem still. Und manchmal kalt auf dieser Farm seiner Eltern. Wellblech und winters fünf Minusgrade in einer Region, die hierzulande eher mit Tropen oder Wüste verknüpft wird, "in the middle of nowhere". Schafe, Rinder, Weiden, Weiten. Das hat seine Ohren geschärft, sagt Fogarty: "Es war so unglaublich ruhig da, als wäre man Teil eines Gemäldes." Dort, in der frühen Jugend, hat er zu schreiben begonnen gegen die Stille. Und bald hatte er Melodien im Kopf. Aus dem Radio tönten allenfalls mal die Bee Gees. Geradezu biblische Plagen, von Dürren über Ratten, Mäuse und Heuschrecken hätten seinen Eltern das Leben zur Qual gemacht, bevor sie in die Stadt flüchteten. Und dort, in Sydney, kam er mit einer Kultur in Kontakt, die ihn prägte als Student des Journalismus, der Geschichte und Philosophie. Alte Sachen waren das, Jack Keruacs Sprache der Straße, die Beatniks wie der Lyriker Alan Ginsberg, der karge und klare Reporter-Romancier Truman Capote und selbstverständlich Bob Dylan.

Das Studentenleben finanzierte Fogarty im Café, dreimal die Woche als "Singer and Songwriter". Als solchen hat ihn auch Thomas Brandstätter ins Cassiopeia auf den Frauenkopf geholt, nachdem der über die Jahre immer intensivere Beziehungen nach Deutschland entwickelt hatte: als Berliner Taxifahrer und Postler. Vielleicht auch in einer Art Hassliebe, die der zu seiner australischen Heimat nahe kommt, als einer, der seiner Frau hier begegnet ist als australischer Rucksacktouristin, die später zur Marketing-Expertin wurde. Ihr wohl, die ihm den breiten Rücken freihält, gelten die viele zarten Liebeslieder.

"Du bist der Atem in Gottes Wort." Ironisch wie das sind viele von Paul Fogartys Lyrics angehaucht, die sich zuweilen zu Sätzen verdichten, die auch in der Übersetzung noch außergewöhnliche Tiefe, manchmal sanfte Wucht haben. Über seinen Vater schreibt er und singt das zu feinen, geraden und ungekünstelten Akkorden: "Wir sehen das schmutzige Wasser seine Augen füllen mit diesem Gift der Abwehr." Wirklich klingen kann so etwas nur in seiner Muttersprache. Dass ihn seine deutschen Erfahrungen geprägt haben, lässt Fogarty immer wieder einfließen. Ob seine galligen Mordfantasien für seine Arbeitgeber den Leuten der deutschen oder der australischen Post gelten, lässt er offen. Ausdrücklich diesem hiesigen Land und seinen Leuten schreibt er die Aufforderung ins Stammbuch: "Set Your children free!", lasst eure Kinder frei.

Paul Fogarty ist Individualist. Dieser australische Bob Dylan hat sich nie einer bestimmten Szene zugehörig gefühlt. Seit zehn Jahren lebt er als "Singer and Songwriter". Ein großes amerikanisches Label, die Universal, rief mal an. Da war er mit dem Fahrrad in Europa unterwegs. Irgendwie wurde nichts draus. So macht er auch in Deutschland seine Gigs und verkauft seine CDs mit diesen leisen, intensiven Liedern.

Liedermacher alter Schule - 11.April 2010
Liedermacher alter Schule
Australier Paul Fogarty in Grosskarlbacher Bodega – Melancholie trifft Ironie

Mit dem australischen Sänger und Liedermacher Paul Fogarty ist es Frank Mallm einmal mehr gelungen, einen musikalischen Leckerbissen in seine Bodega nach Großkarlbach zu holen. Rund 70 musikbegeisterte Weintrinker erlebten am Samstagabend handgemachte Folk, Rock and Bluesmusik mit nachdenklich stimmenden Texten.

Paul Fogarty ist ein Liedermacher alter Schule, der sich in die Tradition von Bob Dylan, Leonard Cohen oder Neil Young stellt. Wie diese in ihren besten Zeiten, bleibt Fogarty bescheiden und verzichtet auf viel Tamtam. Schon vor dem eigentlichen Konzert-Beginn um 20 Uhr sitzt Fogarty auf der kleinen Bühne in der Ecke der Bodega. Der Australier begleitet sich selbst auf der Akustikgitarre, immer wieder greift er zur Mundharmonika oder wechselt zur Lapslide-Gitarre. Sobald die Metallringe über die Stahlsaiten gleiten, kommt ein gehöriger Schuss Country und Blues hinzu.

Mit gefühlvoll-melancholischer Stimme erzählt Fogarty vom Leben, der Liebe und den vielen Träumen und Visionen, die man als junger Mensch einmal hatte. 
“Wenn nichts daraus geworden ist, können wir uns nur selbst die Schuld geben – das ist die Tragödie,” singt Fogarty.

Immer wieder blitzen in seinen Texten aber auch reichlich britischer Humor und beißende Ironie durch. Mit viel Freude schimpft der kompromisslose Individualist dann auf seine früheren Gelegenheitsjobs als Taxifahrer oder Postangestellter. Mit seiner australischen Heimat scheint ihn eine Art Hassliebe zu verbinden. 

Aufgewachsen ist er auf einer Rinderfarm im Outback, wie er zwischen den Stücken erzählt. Dort habe er früh angefangen, Songs zu schreiben, um gegen Stille und Langeweile anzukämpfen. Endgültig der Musik verschrieben habe er sich dann in Sydney, wo er Journalismus, Geschichte und Philosophie studierte und sich den Lebensunterhalt als “Singer and Songwriter” verdiente.
Der Durchbruch kam mit seinem Debüt-Album “Breathe” im Jahr 2001; es folgten zwei weitere CDs “Stagefright” (2003) und “Born Naked” (2006). In Australien wird seine Musik schon lange im Radio gespielt, nun will Paul Fogarty auch in Europa und in seiner neuen Heimat Deutschland – seit 18 Monaten lebt er mit seiner deutschen Ehefrau und der gemeinsamen Tochter in Waldenbuch bei Stuttgart – bekannter werden. Seit Anfang März tourt der “Australische Bob Dylan” durch die Republik.

Auch für sein Publikum in Großkarlbach nimmt er sich viel Zeit, hängt nach eineinhalb Stunden und einer kurzen Pause unter viel Beifall noch eine komplette Stunde dran. Und das, obwohl er direkt nach dem Konzert nach Stuttgart fahren muss, wo er tags drauf im Vorprogramm von Arrested Development auftritt.
Das Material sollte dem Australier kaum ausgehen, hat er doch nach eigener Aussage schon über 1000 Songs geschrieben. Die vielleicht schönsten Liebeslieder hat er über seine Frau und seine kleine Tochter geschrieben. Aber auch da bleibt er ganz Individualist: “Set Your Children Free” schreibt er dem Publikum, wie er selbst größtenteils aus der Generation der über 40-Jährigen, ins Stammbuch. 
Leondra Music
Verfügbarkeits-Check
Am 14.11.2018 ist Paul Fogarty
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